10EUB Valisera Bahn

Autonom in die Zukunft

Valisera Bahn Bergstation mit Panoramablick auf die Alpen

Autonom in die Zukunft

40 Jahre lang verband die alte Valisera Bahn mit ihren 6er-Kabinen die beiden Skigebietsteile Nova in St. Gallenkirch und Hochjoch in Schruns im Vorarlberger Montafon. Seit dem Winter 2021/22 hat die zum Zeitpunkt der Errichtung 1981 ebenfalls einzigartige Hochleistungsanlage mit Österreichs erster autonomer 10er-Kabinenbahn eine würdige Nachfolgerin gefunden. Der Ersatz wurde auf Basis der bestehenden Trasse und Stationsstandorte – trotz deutlich erweiterten Dimensionen, Verkehrsoptimierungen und weltweit neuer Seilbahntechnik – in nur wenigen Monaten realisierteinem Schrägaufzug ins Vermieltal gewälzt. Als das komplexe Vorhaben scheiterte, übernahmen Salzmann Ingenieure 2017 die Planung einer 10er-Kabinenbahn auf Basis der bestehenden Trasse und Stationen.

Neben der Kapazitätserhöhung von 2200 auf derzeit 2800 und bis zu 3600 beförderten Personen pro Stunde im Endausbau setzt die neue Valisera Bahn als erste autonome Seilbahn Österreichs weltweit Akzente. Das gilt auch für die als Multifunktionszentrum konzipierte Talstation: Der Silvretta Park Montafon beherbergt Sport-Shop, Skischule, Markthalle, Personalräume und einen Hotelkomplex mit mehr als 100 Zimmern, Restaurant und Bar. Dazu kommt eine Tiefgarage mit 50 E-Ladestationen und insgesamt 600 Parkplätzen. Wie bei der Grasjoch Bahn zeichnete das Innsbrucker Büro Obermoser + Partner Architekten für diesen Terminal mit seinem spektakulären Folienschirm verantwortlich. Mindestens ebenso beeindruckend gerieten die Mittel- und die Bergstation aus der Feder von Salzmann Ingenieure und Lang Vonier Architekten.

Anlagedaten

Bahnsystem

kuppelbare 10er-Kabinenbahn

Länge                                    

2059 + 1955 Meter

Höhenunterschied

808 + 478 Meter

Förderleistung

2800 Personen/h(Endausbau: 3600 P/h

Max. Fahrgeschwindigkeit

6,5 m/s

Anzahl Kabinen

128 (Endausbau: 168)

Hersteller              

Doppelmayr Seilbahnen

Projekt
10EUB Valisera Bahn
Fertigstellung
2021
In Zusammenarbeit mit
Silvretta Montafon Bergbahnen GmbH
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Skifahrer vor der Talstation der Valisera Bahn in winterlicher LandschaftBlick in die Mittelstation mit auffälliger Technik und Betonstruktur.Bergstation der 10EUB Valisera Bahn in St. Gallenkirch

Ausgangssituation

Die Vorarlberger Tourismusdestination Silvretta Montafon vereint seit 2008 die beiden Skiräume Nova und Hochjoch und zählt mit mehr als 140 Pistenkilometern und 35 Bahnen zu Österreichs größten Skigebieten. Der Zusammenschluss wurde 2011 durch die Errichtung der Grasjoch Bahn im Ortsteil Galgenul bei St. Gallenkirch auch praktisch besiegelt. Gleich gegenüber der von Salzmann Ingenieure realisierten neuen 8er-Gondelbahn (Newsletter Nr. 5) führte die 1981 errichtete Valisera Bahn ihre Gäste ins Nova-Gebiet bis auf mehr als 2000 Meter Seehöhe.

Die ersten Überlegungen für einen zeitgemäßen Neubau der altgedienten 6er-Gondelbahn gab es schon 2008. Sieben Jahre später wurden Pläne mit einer alternativen Trassenführung und einem Schrägaufzug ins Vermieltal gewälzt. Als das komplexe Vorhaben scheiterte, übernahmen Salzmann Ingenieure 2017 die Planung einer 10er-Kabinenbahn auf Basis der bestehenden Trasse und Stationen.

Neben der Kapazitätserhöhung von 2200 auf derzeit 2800 und bis zu 3600 beförderten Personen pro Stunde im Endausbau setzt die neue Valisera Bahn als erste autonome Seilbahn Österreichs weltweit Akzente. Das gilt auch für die als Multifunktionszentrum konzipierte Talstation: Der Silvretta Park Montafon beherbergt Sport-Shop, Skischule, Markthalle, Personalräume und einen Hotelkomplex mit mehr als 100 Zimmern, Restaurant und Bar. Dazu kommt eine Tiefgarage mit 50 E-Ladestationen und insgesamt 600 Parkplätzen. Wie bei der Grasjoch Bahn zeichnete das Innsbrucker Büro Obermoser + Partner Architekten für diesen Terminal mit seinem spektakulären Folienschirm verantwortlich. Mindestens ebenso beeindruckend gerieten die Mittel- und die Bergstation aus der Feder von Salzmann Ingenieure und Lang Vonier Architekten.

Start in eine neue Seilbahn-Ära

Mit einem Gesamtinvestitionsvolumen von 70 Millionen Euro zählt der Neubau der Valisera Bahn mit dem Bau des Silvretta Parks zu den größten Bauprojekten der Vorarlberger Wintersportgeschichte und war 2021 zudem größtes landesweites Bauvorhaben. Etwa ein Drittel der Kosten entfiel dabei auf die innovative Seilbahntechnik. Bei der Neuerrichtung handelt es sich rechtlich gesehen um einen Umbau. Da die Positionen der Bahn und der Stationen nicht verändert wurden, war nur eine Verlängerung der bestehenden Konzession erforderlich.

„Die gültigen Verträge schufen letztlich die Basis für eine zeitgerechte Realisierung vor Konzessionsende. Durch die unveränderte Linienführung konnten wir die beiden Untergeschosse der Bergstation in ein Umbaukonzept integrieren und so Geld und Ressourcen sparen“, berichtet Planer Stephan Salzmann.

Die Resultate können sich sehen lassen: Die Valisera Bahn ist nicht nur die erste autonome Seilbahn Österreichs, sondern auch die weltweit erste Zwei-Sektionen-Bahn ihrer Art. Die technische Grundlage für die innovative Beförderungsanlage bildet das AURO-System (AUtonomous Ropeway Operation) aus dem Hause Doppelmayr. „Unsere Gäste erleben in der neuen Valisera Bahn schon heute die Zukunft der internationalen Seilbahntechnik. Die topmoderne Anlage garantiert eine rasche und reibungslose Beförderung, sorgt für höchsten Service und Komfort, fügt sich harmonisch in die Berglandschaft ein und besticht zudem durch ihre nachhaltige und ästhetische Gestaltung“, betont Martin Oberhammer, Geschäftsführer der Silvretta Montafon Holding.

Mittelstation als Dreh- und Angelpunkt

Auf 1630 Metern befindet sich das Herz der Valisera Bahn: Die Mittelstation ist mit dem sogenannten Ropeway Operation Center (ROC) die Schaltzentrale der gesamten Seilbahn. Im Kommando- bzw. Dienstraum ist je eine Person für den Berg- und Talbetrieb zuständig. In der Tal- und Bergstation agieren die Fahrgäste selbstständig und dennoch stets im Blick der Profis. Zahlreiche Kameras und Sensoren informieren über die Lage in den bedienerlosen Stationen.

Bei der Umsetzung des innovativen Systems musste das Planungsteam rund um Stephan Salzmann auch Brandschutz- und Sicherheitsaspekte lösen. „Der autonome Betrieb erforderte ein zusätzliches Leitsystem und eine spezielle Gebäudetechnik. Dadurch lassen sich in Notfallsituationen Aufzüge oder Rolltreppen extern ansteuern und Eingangstore aus der Ferne schließen“, erklärt er. Nur im Störfall muss das Bedienpersonal in den unbesetzten Stationen einspringen.

Im Projekt aufgewendete Leistungen

Alle Tourismus Leistungen

Projektmanagement

Baubegleitung

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